Realität

Erste Begegnung

29 Jahre später. (siehe auch vom Traum zur Realität)

Nur so aus Spaß schau ich mal in den „Online Bootsmarkt“, mal sehen was da so angeboten wird. Das habe ich in der Vergangenheit immer mal wieder in unregelmäßigen Abständen gemacht. Neben den üblichen Verdächtigen die sich immer auf dem Bootsmarkt tummeln gab es nichts besonderes.

Doch dann – Juli 2016 stieß ich auf eine Offerte die meine Aufmerksamkeit erregte.

Eine Nordsee 39 stand zum Verkauf.
Moment mal, Nordsee39?
Da war doch was!

Erinnerungen wurden wieder lebendig. Also schnell Kontaktaufnahme, Mails gehen hin und her, Besichtigungstermin für den August vereinbart. Eine langen Fahrt nach Fehmarn, Zeit zum nachdenken.

Astria Luv auf Fehmarn
Astria Luv im Winterlager, damals noch LUV

Dort stand sie, die Nordsee 39 – damals hieß sie noch LUV.
Leicht eingestaubt und frisch lackiert.
Ich war aufgeregt und vergaß beim aufentern meine Höhenangst.
All die Jahre hatte ich gechartert. Dabei hielten sich Risiko und Investitionen in Grenzen. Aber jetzt, ein eigenes Schiff? Meine Gedanken überschlugen sich. Kaufpreis, Liegeplatz, Reparaturen, Versicherung und in welchem Zustand war das Schiff? Fragen die es zu klären galt.

Also erst einmal durchatmen, Gedanken sortieren, einen Plan entwickeln.
Jetzt wo der Traum zum greifen nahe ist melden sich auch die ersten Bedenken – ist bei mir immer so.

Astria Luv Fehmarn
Klar zum entern

Aber jetzt wird erst einmal alles in Augenschein genommen. Das Unterwasserschiff schaut fantastisch aus. Antifouling wurde neu aufgetragen und die Lackierung nebst Wasserpass sind perfekt, der Propeller schaut wie neu aus. Das Ruder läuft leicht und spielfrei. Sehr gut! Lediglich die Opferanoden müssen beizeiten ausgewechselt werden. Der Trailer gehört auch zu dem Angebot. Ob ich ihn wirklich brauche weiß ich noch nicht.

Das Deck
Aufgeräumtes Deck

Ich stehe an Deck – wie damals vor 29 Jahren. Ich lasse die klaren Linien auf mich wirken. Flach gehaltene Aufbauten, kleine Fenster und nur wenige Stolperfallen. Hier kann man sich auch bei rauem Wetter sicher bewegen und Brecher haben nur eine geringe Angriffsfläche. Alles wirkt grundsolide. Nichts knarzt. Auch der Seezaun ist mehr als eine optische Begrenzung. Hier kann man sich festhalten und findet auch Halt. Der Rumpf und das Deck, alles vermittelt Solidität. Ich denke, diesem Schiff kann man vertrauen, nicht vergleichbar mit den Charterschiffen die ich bislang gesegelt habe.

 So ein Brückendeck habe ich bislang nur bei der Nordsee 39 gesehen. Es ist groß und übersichtlich. Zwei Zweigang-Winchen unterstützen beim holen und durchsetzen der Fallen. Der Traveler zwischen den Niedergängen ist nicht im Weg und kann leicht bedient werden. Bei der Konstruktion wurde mehr auf Sicherheit und Funktionalität geachtet als auf Komfort. Ich persönlich mag ausgefallenen Dinge und mir gefällt es.

Ich denke ich werde noch eine ganze Weile brauchen um alles in Augenschein zu nehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.